Privatpraxis gründen

Unabhängigkeit von der Kassenabrechnung klingt verlockend – ist aber nur für bestimmte Fächer und Standorte tragfähig. Ich sage Ihnen ehrlich, ob sich der Schritt für Sie rechnet, und plane ihn mit Ihnen durch.

Beratungsschwerpunkt

Die reine Privatpraxis – Chance und Herausforderung zugleich

Die reine Privatpraxis – eine Praxis ohne Kassenzulassung, die ausschließlich Privatpatienten und Selbstzahler behandelt – ist für manche Fachbereiche eine echte Option und für andere ein hohes Risiko. Ob sie zu Ihnen passt, hängt weniger vom Wunsch nach Unabhängigkeit ab als von nüchternen Zahlen: In Deutschland stehen rund 8,8 Millionen Privatpatienten etwa 54 Millionen gesetzlich Versicherten gegenüber. Der Markt, aus dem Sie schöpfen, ist also deutlich kleiner.

Erfolgreich sind reine Privatpraxen vor allem dort, wo viele Leistungen von den gesetzlichen Kassen gar nicht oder nur teilweise erstattet werden und Patienten bereit sind, dafür selbst zu zahlen – etwa in der Dermatologie und Ästhetik, der Lasermedizin, der Plastischen Chirurgie oder bei Zahnimplantaten. Ein guter Indikator ist der Blick in Ihr eigenes Umfeld: Überleben dort reine Privatpraxen – und in welcher Lebensphase führen Kollegen sie? Die letzten Berufsjahre privatärztlich ausklingen zu lassen ist etwas anderes, als von der Praxis den vollen Lebensunterhalt bestreiten zu müssen.

Dazu gehört eine ehrliche Frage an sich selbst: Wollen Sie Ihre Leistungen aktiv anbieten – also IGeLn? Ich erlebe Ärztinnen und Ärzte, die genau das ablehnen, weil ihre Berufung das Heilen ist und nicht das Verkaufen. Diese Haltung ist absolut respektabel – man muss dann aber akzeptieren, dass einem tatsächlich nur die Privatpatienten bleiben. Solche Weichenstellungen klären wir, bevor Sie Geld in die Hand nehmen.

Denn ich muss Sie warnen: Eine reine Privatpraxis birgt höhere Risiken und ist im Fall des Misserfolgs am Ende nichts mehr wert – anders als eine Praxis mit Kassensitz. „Einfach anfangen und schauen, wie es läuft“ ist hier ausgeschlossen. Ob sich Ihre Privatpraxis trägt, entscheidet sich an einer sauberen Planung und einer akkuraten Budgetierung. Genau die erarbeiten wir gemeinsam – mit realistischen Zahlen statt Wunschdenken.

Mein Vorgehen

So gehen wir Ihre Privatpraxis an

  1. Eignung & Fachbereich prüfen

    Wir klären ehrlich, ob eine reine Privatpraxis zu Ihrem Fach und Standort passt – oder ob ein Kassensitz die bessere Wahl ist.

  2. Markt & Standort einschätzen

    Wir bewerten Privatpatientenpotenzial, Konkurrenz und Umfeld an Ihrem Wunschstandort.

  3. Leistungs- & Selbstzahler-Konzept

    Wir legen fest, welche Leistungen Sie anbieten, wie Sie sich positionieren und wie Sie mit dem Thema IGeL umgehen.

  4. Wirtschaftlichkeit rechnen

    Im Budgetmodell ermitteln wir, welcher Umsatz nötig ist, damit sich Ihre Praxis trägt – und ob das realistisch erreichbar ist.

  5. Aufbau & gezieltes Marketing

    Von Räumen und Ausstattung bis zur Ansprache Ihrer Zielgruppe bringen wir die Praxis tragfähig an den Start.

FAQ

Häufige Fragen zur Privatpraxis

Was ist eine Privatpraxis?
Eine Privatpraxis ist eine Arztpraxis ohne Kassenzulassung. Sie behandelt Privatpatienten und Selbstzahler und rechnet ihre Leistungen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab – nicht über die Kassenärztliche Vereinigung. Für die Gründung ist kein Kassensitz nötig.
Für wen eignet sich eine reine Privatpraxis?
Vor allem für Fachbereiche, in denen viele Leistungen von den gesetzlichen Kassen nicht oder nur teilweise erstattet werden und Patienten bereit sind, selbst zu zahlen – etwa Dermatologie und Ästhetik, Lasermedizin, Plastische Chirurgie oder Zahnimplantate. In anderen Fächern verbietet sich der Verzicht auf den Kassensitz nahezu.
Wie groß ist der Markt für Privatpatienten?
Deutlich kleiner, als viele denken: Rund 8,8 Millionen Privatpatienten stehen etwa 54 Millionen gesetzlich Versicherten gegenüber. Sie greifen also auf einen begrenzten Markt zu – umso wichtiger ist eine realistische Planung.
Brauche ich für eine Privatpraxis einen Kassensitz?
Nein. Genau das macht die Privatpraxis in gesperrten oder überversorgten Gebieten attraktiv, in denen kein Kassensitz zu bekommen ist. Sie müssen dann aber Ihren gesamten Lebensunterhalt allein mit Privatpatienten und Selbstzahlern erwirtschaften – und das ist anspruchsvoll.
Muss ich als Privatarzt IGeL-Leistungen aktiv anbieten?
In der Regel spielt das Anbieten von Selbstzahlerleistungen eine größere Rolle. Wer das aktive Verkaufen der eigenen Leistungen ablehnt, muss akzeptieren, dass ihm im Wesentlichen nur die Privatpatienten bleiben. Diese Grundhaltung sollten Sie vor der Gründung für sich klären.
Ist eine Privatpraxis riskanter als eine Kassenpraxis?
Ja. Eine reine Privatpraxis birgt höhere Risiken und ist bei einem Misserfolg am Ende nichts mehr wert – anders als eine Praxis mit Kassensitz. Einfach anzufangen und zu schauen, wie es läuft, ist deshalb keine Option; es braucht eine belastbare Planung.
Wie plane ich eine Privatpraxis wirtschaftlich?
Der entscheidende Punkt ist, wie viel Sie mit der Praxis verdienen wollen oder müssen. Daraus leiten wir in einem Budgetmodell ab, welcher Umsatz nötig ist, damit sich Ihr Vorhaben trägt – und ob das mit Ihrem Privatpatientenpotenzial realistisch erreichbar ist.
Wie unterscheidet sich die Abrechnung in der Privatpraxis?
Privatärztliche Leistungen werden nach der GOÄ abgerechnet und direkt mit dem Patienten bzw. dessen privater Krankenversicherung – ohne Budgetierung und ohne Abrechnung über die KV. Das bietet Freiheiten, verlagert das wirtschaftliche Risiko aber vollständig zu Ihnen.

Lohnt sich eine Privatpraxis für Sie?

Lassen Sie uns ehrlich und unverbindlich klären, ob eine reine Privatpraxis zu Ihrem Fach, Standort und Ihren Zielen passt. Ich biete Ihnen ein kostenfreies Kennenlernen.

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